Marketing-Lösungen per KI
Er war Co-Founder der Videoagentur „Videobeat“, mit „Mind Nexus“ hat Andi Groke ein neues Startup gegründet. Es zielt darauf ab, individuelle Marketinglösungen durch Künstliche Intelligenz (KI) zu entwickeln und das Marketing damit grundsätzlich zu transformieren. Die Startphase des Unternehmens unterstützt die IFB Hamburg mit dem InnoFounder-Programm.
Die Freiheit, seine eigenen Entscheidungen treffen zu können, selbst darüber bestimmen zu können, wann er wie viel arbeitet und was der nächste Schritt ist, das hat ihn immer gereizt. Angestellt gewesen ist Andi Groke nie. Gleich nach dem Master-Abschluss an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg gründete er gemeinsam mit einem Kollegen die Agentur für Video Marketing „Videobeat“ – und verkaufte das auf inzwischen 80 Mitarbeitende angewachsene Unternehmen mit Büros in London und New York nach sieben sehr erfolgreichen Jahren.

Kein Wunder also, dass der gebürtige Kieler nach einem Jahr Pause erneut gründete. Co-Gründer von „Mind Nexus“ ist der KI-Experte Jakub Skalecki mit dem Groke schon bei Videobeat zusammenarbeitete. „KI ist die bestimmende Technologie der nächsten Jahrzehnte. Da mitzuspielen, die Chancen, die sich gerade bieten, zu nutzen und Technologie mit Marken und Emotionen so zu verbinden, dass daraus ein erfolgreiches Produkt wird, das macht den Reiz aus.“
Mind Nexus steht derzeit auf zwei Beinen. Zum einen bietet das Startup für Agenturen und Marketingteams in Firmen maßgeschneiderte KI-Lösungen an. Im Kern geht es darum, durch das Erfassen und Auswerten von großen Datenmengen mehr Informationen und damit Wissen zu generieren, sodass bessere Entscheidungen getroffen werden können. Was bewegt die Kund*innen? Welche Medien nutzen sie? Über welche Kanäle sind sie am besten zu erreichen? „Derzeit ist das oft noch ein sehr manueller und aufwendiger Prozess“, sagt Groke. Er will ihn mithilfe von KI effizienter gestalten, Kosten reduzieren und Umsätze steigern.
Das zweite Standbein ist Postline.ai, eine selbst entwickelte KI zum Generieren von Inhalten auf LinkedIn. „Das ist einen Riesenkanal für sales“, meint Groke. Anders als TikTok, Twitter oder Instagram wird es jedoch kaum von Nutzer*innen bespielt, vermutlich weil das Umfeld professioneller ist, vermutet Groke. „Wöchentlich veröffentlichen nur ein Prozent aller aktiven Nutzer einen Post.“ Postline.ai will das ändern, die Plattform hilft bei der Recherche, beim Schreiben und Verbessern von Posts, sie finanziert sich über ein Abo-Modell.
Die IFB Hamburg fördert Mind Nexus über ihre Tochtergesellschaft, die IFB Innovationsstarter GmbH, mit dem InnoFounder-Programm, das auf innovative, digitale und nachhaltigkeitsorientierte Vorhaben ausgerichtet ist. Maximal 75.000 Euro in Form personenbezogener Pauschalzuschüsse von 2.500 Euro pro Monat und Person bei Vollzeittätigkeit können Gründungsteams von drei Personen erhalten. „Gerade das erste Jahr ist oft das Kritischste. Da ist die Förderung eine Riesenerleichterung“, meint Groke.
Derzeit ist Mind Nexus mit Fundraising beschäftigt, mit Gesprächen mit Business Angels und mit dem Hochskalieren von Postline.ai. Die Nutzer*innen sind auf der ganzen Welt verteilt. „Da werden Sachen auftreten, an die wir nicht gedacht haben. Die nächsten sechs bis zwölf Monate werden extrem anstrengend“, prognostiziert Groke. Aber das kennt er ja.